StartseiteInhaltsverzeichniszu den HerausgebernLeseprobenPresseBestellenweitere BücherSitemap

Allgemein:

Startseite

Kontakt

Impressum

download pdf

Wie Struck eine Revolution für das Leistungsprinzip anzettelte
23.11.2009 - 23:45 UHR

Nicht nur jedem Anfang, auch manchem Abschied wohnt ein Zauber inne: zu sagen, was man sich bisher verkniffen hatte. So berichten jetzt mehr als 50 Ex-Abgeordnete über unvergessliche Erlebnisse aus ihrer Bonner und Berliner Zeit.
Was Marion Uhrig-Lammersen und Sten Martenson, beide Ex-Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, da gesammelt haben, offenbart vor allem, wie menschlich es bisweilen zugeht.
So verrät der spätere Verkehrsminister Kurt Bodewig (SPD), warum er das Angebot, Staatssekretär zu werden, zunächst ablehnte: „Ich bin gerade im Kreißsaal und habe für politische Dinge keinen Kopf.“
Wie sie mit weiblicher List die Sondersteuer auf „Alkopops“ gegen den Widerstand der Alkohol-Lobby und des Finanzministers Hans Eichel (SPD) durchsetzte, erzählt die ehemalige Drogenbeauftragte Marion Caspers-Merk (SPD). Sie fragte Kanzler Gerhard Schröder (SPD), ob seine damals halbwüchsige Tochter nicht auch schon diese alkoholhaltigen Limonaden probiert habe. Dessen Antwort: Ja, seine Frau habe ihm schon davon erzählt. Und plötzlich gab es eine Mehrheit für die Steuer.
Im Nachhinein kann man sich auch über eigene Patzer amüsieren. Das tut der FDP-Mann Detlef Parr, indem er seine größte Blamage schildert: Im Plenum sprach er von „Besoffenen“, als er „Betroffene“ meinte.

Köstlich zu lesen, wie Peter Struck (SPD) seine Aktivitäten in der Fußballmannschaft des FC Bundestags schildert. Wie er sich immer dienstags mit anderen aus der Fraktionssitzung weggeschlichen habe, um pünktlich kicken zu können. Und wie er zusammen mit Schröder und Franz Müntefering eine „Leistungsprinzip-Revolution“ anzettelte: Von da an wurden die Besten aufgestellt und eingewechselt – ohne Rücksicht auf das Parteibuch.